BIROCCO
BIROCCO

Beim Stöbern im Netz konnte ich einen passenden Motorspender ausfindig machen. Ein Passat 35i Facelift mit 16V ABF und das auch noch gerade hier bei mir in der Nähe! Angerufen, Besichtigungstermin gemacht und dann schließlich losgefahren. Doch es stellte sich rasch heraus, dass die Straßen des Schwarzwaldes noch teilweise gesperrt waren, es war ja noch Winter, sodass für eine Strecke von unter hundert Kilometern fast zwei Stunden Fahrzeit benötigt wurden.

Endlich angekommen, da steht er ja schon, der Passat

Gleich aufgefallen, im Hof Steht auch noch ein roter 2er Scirocco!

Der Verkäufer (freundlicher junger Mensch) führt mich zum Passat und schnell bemerkt er, dass mich eigentlich nur der Motor interessiert, der Rest des Wagens war mir so was von egal… ein ungewöhnlicher Käufer!

Trotzdem musste ich den Passat ja irgendwie zu mir nach Hause bekommen, also mit roten Nummern. Auf der Probefahrt war dann vorne links ein ultralautes Geräusch zu hören, dass jedoch nur in Rechtskurven verschwand. Ich tippte auf Radlager, der Verkäufer meinte, nein, das Radlager sei bereits gewechselt worden, es könne nur noch am Getriebe liegen. Spielte für mich auch keine Rolle, denn meine Absicht war es, für den vorderen und hinteren Motor jeweils ein 020 4T zu verwenden.

Bissle verhandelt und den schmucken Passat mit dem Sahnemotor für 550€ mitgenommen. Ja, manchmal braucht man einfach Glück!

Da der Nissan immer noch auf der Bühne stand, musste der Passat sich darunter einfinden. Sprich Motorausbau auf dem Boden. Gar kein Problem, die Front lässt sich ja bei diesem Modell schön demontieren.

Der Blechkrust war am Silbergrauen schon recht weit vorangeschritten, unter anderem war auch schon der Käfig Marke Geländerrohr eingepasst und verschweißt. Desdrum widmete ich meine Zeit dem Ausbau des ABF. Dabei ganz besonders wichtig: alle Komponenten abstrippen und nur die Elektronik behalten, die für den Betrieb des Motors notwendig ist. Dazu gehört beim Passat mit ABF auch die Diebstahlwarnanlage. Diese galt es erst mittels Kabelbrücken auf den entsprechenden Pins zu umgehen.

Endlich hatte ich nur noch die Kabel an der ZE, die den Passatmotor zum laufen brachten. Jetzt kann er ausgebaut werden! Gesagt, getan, und einen halben Tag später stand er schon in der Lagerhalle und wartete auf seine neuen Riemen sowie die üblichen Verschleißteile. Dabei konnte man die Servoverriemung getrost weglassen.

Hier und da am Blech noch ein paar Verstärkungen aufgeschweißt und den Achskörper richtig ausgerichtet, da könnte man den ABF fast schon reinsetzen. Aaaaber wären da nicht wieder die schlaflosen Nächte mit Kopfzerbrechen über die korrekte vertikale Positionierung des Achskörpers. Für eine kurze Dauer wollte ich ihn 6cm höher als geplant positionieren. Gründe dafür waren beispielsweise die bessere Bodenfreiheit und man müsste weniger „nach unten verstärken“. Damit könnte ich jedoch nicht schwanger werden, denn die rechte Antriebswelle würde damit im ausgefederten Zustand am Achskörper aufliegen. Also Kommando zurück und wie zuvor „berechnet“.

Es gibt später nichts schlimmeres, als ein nicht stimmiges Fahrzeugniveau. Desdrum legte ich mein Augenmerk auch so akribisch auf die korrekte Position des Achskörpers.

Mir war schon bewusst, dass im Prinzip alle wichtigen Schweißarbeiten besser erledigt sein sollten, bevor man den Motor samt Getriebe nun einfügt. Zum Thema Abmessungen und Freigängigkeit, wollte ich nur kurz noch erwähnen, stand mir der ein oder andere Golf 2 zur Verfügung.

Doch ein Punkt sorgte bei mir tage- und nächtelang für Unbehagen: der Rechteckträger am rechten Federbeindom-war er möglicherweise dem ABF Ansaugsystem im Weg??? Messen und noch mal messen ergaben dann nun, dass ich mich zu beginn irgendwo vermessen habe musste. War mir aber jetzt egal, rein mit dem Motor!!!