BIROCCO
BIROCCO

Die neue Sachs Kupplung war montiert, das 4T angeflanscht, der Motor quasi einbaufertig. Es war der 25.März, ich war wie immer allein am basteln, ich konnte mich nicht zurückhalten… Also nahm ich die Antriebseinheit an den Haken, positionierte den Motorkran auf die richtige Höhe und bugsierte das Aggregat durch die geöffnete Heckklappe in den „Kofferraum“ des Silbergrauen. Ein bisschen hier und da gedrückt und die Befestigungsschrauben drehten sich schon wie von selbst in ihre Gewinde.

Ging das mit rechten dingen zu??? Alle drei angezogen, einen Schritt zurück und erstmal durchgeatmet! Schon hatte ich Ansons Frontscheibe vor Augen und als eine Hommage an den Durocco klappte ich die Heckklappe runter und schrieb in den Metallstaub, der sich in der gesamten Werkstatt und meinen Lungen verteilt hatte: „Er is drin!“

Im selben Augenblick ging mir der Spruch des Jahreswechsels durch den Kopf: „2015 wird geil!“ Mit einem Breiten Grinsen im Gesicht nahm ich auf dem ausgebauten Fahrersitz unweit der Transplantationsstelle platz und ließ diesen ergreifenden Augenblick etwas auf mich einwirken.

Aber nicht zu lange ausruhen, denn immerhin gibt’s noch eine ganze Menge zu tun. Was am meisten Kopfzerbrechen bereitete, waren die Schaltung, die Kupplung und der Gaszug. Bevors daran gehen konnte, wurden jedoch meine schlimmsten Alpträume wahr, indem ich (wie geahnt) feststellen musste, dass kein Platz mehr für das Ansauggummi ist. Ich bin ein Mann der Tat, also kramte ich eine weitere frische Trennscheibe heraus und der Winkelschleifer erledigte das, was zu erledigen war. Platz schaffen und dabei nicht an Stabilität einbüßen. Daraus ergab sich die Position des Luftfilterkastens vor der rechten Rückleuchte. Immerhin nicht ganz verkehrt, denn hier ist reichlich frische Luft vorhanden.

Tage und Abende vergingen, mein Körper brauchte dringend Ruhe, dies äußerte er mit Zerrungen und eingeschlafenen Händen, was durch die seltsam gebückte Arbeitshaltung entsteht, wenn man keine Hebebühne hat. Keine Zeit zu jammern, die Schaltung muss ja noch adaptiert werden.

Dabei verhielt ich mich ganz nach Georg Simon Ohm, der erkannte, dass Strom am liebsten den Weg des geringsten Widerstandes wählt. Bedeutet hier:

Der Schalthebel wird unten adaptiert und in Form einer Stange nach hinten in den „Kofferraum“ geführt, wo schon der Umlenkmechnanismus des Golf 2 vor dem ABF wartet. Von hier aus geht’s per Seil (vom Passat) weiter. Und zwar jeweils einmal rechts und links im Halbkreis um den 2L Motor zur Schaltbetätigung am Getriebe. Mein Denkmuskel hatte natürlich die letzten Jahre genug Zeit, die Schaltbetätigung im Kopf schon mal provisorisch vorzumontieren… und wer hätte es gedacht, die Gänge flutschten auf AnhiebJ

Der April war mit seinem Osterfest nun auch schon da, wie nur die Zeit vergeht. Also musste noch ein Tank zusammengebrutzelt werden, bevor es in die Osterferien ging! Edelstahl in 0,8mm eignete sich da ganz gut für, verschweißt mittels WIG-Verfahren. Vielen Dank, Du weißt, wen ich meine!(Und danke für den Döner!) 25Liter sollten es sein. Also „konstruierte“ ich einen entsprechenden Behälter und am Ostersonntag wurde abgekantet und geschweißt. Mir war dabei wichtig, den originalen Scirocco-Tankgeber beibehalten zu können. Da der originale Tank des Silbergrauen eh nicht mehr benötigt wurde, trennten Winkelschleifer und Säbelsäge im Duett die Aufnahme des Tankgebers aus dem 55L-Behälter. Diesen verschweißte ich mit dem Edelstahlkasten. Obendrein noch einen Einfüllstutzen und eine Tankentlüftung und schon fertig ist der fast dichte Behälter L Also nachschweißen, beim zweiten Mal hats dann auch geklappt… und sieht gar nicht sooo übel aus.