BIROCCO
BIROCCO

Klar, wie klingt das Biest, das hier erschaffen wurde? Diese Frage stellte sich wohl jeder im Raum! Leider konnte aus Gründen der Verkabelung zunächst nur der vordere Motor gestartet werden. Also Kraftstoff in den Tank gefüllt, KI und Batterie angeklemmt, Schlüssel drehen… nix passiert.

Was war da los? Naja, die Pumpeneinheit mit Druckspeicher und Reservoir des Jetta war bestimmt leer gelaufen, der Mengenteiler und die Einspritzleitungen auch. Dann sicherheitshalber nochmals nachgetankt und siehe da, der Löwe brüllt!!! Bisher gabs noch nicht die Gelegenheit für mich, die ersten Schreie seines eigenen Kindes hören zu dürfen, doch in diesem Augenblick, fühlte ich sowas ähnliches-einfach genial. Motor aus, ab nach Hause ins Bett!

Eines Montags, relativ früh gings mit der Arbeit los, machte ich mich daran, die letzten Kleinigkeiten zu erledigen. Das waren Dinge, wie Kabel verlängern, Massestützpunkte anbringen, Ausgleichsbehälter montieren, usw…

Irgendwie fühlte ich dass heute DER Tag sein würde und rief Senna in die Werkstatt. Er half mir die restlichen Punkte abzuarbeiten

Gestartet wird nicht über das Zündschloss, sondern über zwei kleine Taster (in Kippschalteroptik) in der Mittelkonsole, welche die Ströme der Klemme 50 über Relais an die Starter der Motoren weitergeben. Man sollte allerdings stets zuerst den vorderen Motor starten, erst wenn dieser läuft und dessen Generator ein paar Sekunden die Batterie mit 14Volt nachgeladen hat, dann ist auch der hintere an der Reihe, um den Stromfluss durch die nach hinten gelegten und nicht gerade armdicken 30er Kabel nicht ungünstig zu beeinflussen. So, und da stand er nun, fertig zum roll-out, um auf dem Gelände des Bauernhofes unter sternenklarem Himmel endlich seine Kraft über alle angetriebenen Räder auf die „Straße“ bringen zu dürfen. An die Felgen bin ich übrigens ganz durch Zufall gekommen-sie stehen dem Silbergrauen ganz gut, wie ich finde. Nach einer weiteren Benzinspritze in den Tank stand dem Start beider Motoren eigentlich nichts mehr im Wege. Die Spannung steigt. Zuerst der vordere Motor-bingo! Dann der hintere! WOW!!! Schon allein wenn beide Triebwerke nur im Leerlauf vor sich hinbrabbeln gibt es Gänsehautfeeling!

Halbeins in der Nacht und das Biest verlässt die Lagerhalle erstmals aus eigerner Kraft. Wir fuhren ein paar Mal das Gelände auf und ab. Der Moment war gekommen das Gaspedal mal ganz durchzutreten… Doch es fühlte sich eher so an, als „schieben da nicht zwei Motoren sondern nur ein halber“. Klar, der Gaszug des hinteren Motors hatte sich ausgehängt! Eingehängt, aufs Gas getreten-einfach nicht zu beschreiben, mit welchem Schub und der dazugehörigen Klangkulisse die beiden 16V ans Werk gehen. 310PS mit dem entsprechenden Hubraum drücken, und das nicht zu knapp! Es ist einfach nur die Hölle! (leider auch der rasante Anstieg der Kabinentemperatur, man befindet sich regelrecht in der Hölle!!!)

Nach ein paar Runden stellt sich heraus, dass die gewählte Kraftstoffversorgung des ABF an Fuel-Starvation litt. Da musste ich noch mal ran. Schon am Tag darauf ersetzte ich die Vorförderpumpe im Tank durch die originale ABF Hauptpumpe. Zwei weitere Y-Adapter kamen hinzu, ebenso das Scirocco Kraftstoffreservoir. Von da an gabs keine Kraftstoffprobleme mehr, außer, dass die beiden Schluckspechte ganz schön am Röhrchen saugen.

Mittlerweile sitzen beide Wasserkühler problemlos in der Fahrzeugfront und das Grillhähnchengefühl ist dadurch auch verschwunden... und der Nissan hat die Bühne auch frei gemacht!

Zu schade nur, dass die Wege auf dem Gelände des Bauernhofs nicht ausreichen um dem Biest mal richtig Auslauf zu geben!

Gedankt sei allen, die mich bei diesem Projekt unterstützt haben, besonders meinen Freunden, auf die immer Verlass ist! Ein besonderer Dank geht nach Ohio; wie schön wäre es, Durocco und Birocco gemeinsam zu erleben!

Auch danke ich all denjenigen, die das hier von Anfang bis zum Schluss gelesen haben, denn schließlich sind die aneinandergereihten Buchstaben nicht nur zur Verschönerung des dunklen Hintergrundes gut J